Die neuen Handballregeln im Überblick - passives Spiel

Die neuen Handballregeln im Überblick - passives Spiel

Schiedsrichterteam
19 Sep

Handball ist und bleibt ein schneller und körperbetonter Sport. Deshalb wird das Regelwerk immer wieder angepasst, um Verletzungen der Spieler zu vermeiden und das Spiel fair und spannend zu halten.


1. Regeländerung „passives Spiel“:

Ein Handballspiel soll schnell und spannend sein. Vom Fußball her kennt wahrscheinlich jeder die Situation, dass die führende Mannschaft den Ball ohne weitere Aktion hin und her spielt um Spielzeit verstreichen zu lassen. Besonders in der Schlussphase eines Spiels mit knappen Spielstand hat die führende Mannschaft großes Interesse, ihren Ballbesitz so lang wie möglich zu halten, um der gegnerischen Mannschaft die Möglichkeit einen eigenen Angriff zu starten, deutlich zu erschweren. Das wird beim Handball „passives Spiel“ genannt und per Regelwerk unterbunden. Wird eine Tendenz zum „passiven Spiel“ durch die Schiedsrichter erkannt, so wird durch Heben des Arms der betroffenen Mannschaft angezeigt, dass die momentane Spielweise so nicht akzeptiert wird und umgehend umgestellt werden muss! Jetzt hat die ballführende Mannschaft noch 4 Pässe Zeit einen Angriff aufzubauen und mit einem Torwurf abzuschließen.
Die Anzahl der zulässigen Pässe wurde durch die Regeländerung von bisher 6 auf 4 Pässe reduziert.

Folgende Beispiele gelten für Schiedsrichter als Indikatoren eines "passiven Spiels":

  • wenn durch wiederholte Ausführung eines Einwurfs, Freiwurfs oder Anwurfs ein „Zeitschinden“ erkennbar ist
  • wenn ein Freiwurf dadurch verzögert wird, dass vortäuscht wird den Ausführungsort nicht zu kennen
  • wenn in der Spielfeldmitte zu lange bei einem Spielerwechsel gewartet wird
  • wenn der Ball ohne Standortwechsel an der gleichen Stelle geprellt wird
  • wenn ohne Bedrängnis der Ball zurück in die eigene Hälfte zurückgespielt wird
  • wenn der Torwart den Ball zum Anwurf zu langsam herausgibt
  • wenn der Pass zum Anwurf wiederholt so gespielt wird, dass er erst aus der gegnerischen Hälfte zurückgespielt werden muss
  • wenn die anwerfende Mannschaft zu langsam zum Anwurf in die Mitte geht

Gut zu wissen: Wird der Werfer nach dem 4. Pass beim Torwurf gefoult, darf ein zusätzlicher Pass gespielt werden.

Text: Nico Walbrunn / Dirk Straßburger
Foto: Dirk Straßburger

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