
"Wir haben uns das verdient"
"Wir haben uns das verdient"
Damen 1HCD-Trainer spricht im Interview mit dem Merkur über den starken Saisonstart seines Teams.
Fünf Spiele, vier Siege, 9:1-Punkte – der HCD Gröbenzell ist nach dem Abstieg aus der dritten Liga stark in die Regionalliga gestartet. An diesem Wochenende haben die Handballerinnen vom Gröbenbach spielfrei – zum Glück, verrät Trainer Ben Schulze im Interview mit dem Merkur.
Ben, wären Sie gerne im Rhythmus geblieben oder kommt die Pause zur rechten Zeit?
Ich bin ganz froh, denn unser Auftaktprogramm war hart mit einigen schweren Brocken. Jetzt haben wir etwas Luft, durchzuatmen, Abstand zu gewinnen und unsere kleineren Wehwehchen zu kurieren. Auch bei unseren vier Langzeitverletzten bin ich zuversichtlich, dass sie perspektivisch langsam wieder den Kader ergänzen.
Sie haben drei Ihrer vier Siege mit einem Tor Abstand eingefahren. Sind Sie mit dem Saisonstart vollends zufrieden, oder „nur“ mit den Ergebnissen?
Vorneweg: Es macht mir super viel Spaß, Teil des HCDs und des Neuaufbaus zu sein. Im Verein ziehen alle an einem Strang und es wird gut kommuniziert. Punkte technisch stehen wir bestens da, da kann ich nicht meckern. Die Detailanalyse fällt etwas differenzierter aus, denn wir schaffen es bisher nicht immer, über 60 Minuten unser volles Potenzial abzurufen. In der Abwehr machen wir es schon teilweise recht ordentlich und halten den Gegner bei durchschnittlich 24 Gegentoren. Das ist sehr erfreulich und eines unsere Hauptsaisonziele. Noch ist das Pendel zum Glück bisher immer auf unsere Seite geschwungen. Die Spielerinnen haben sich das verdient, denn sie investieren viel. Aber wir wollen und müssen dafür sorgen, dass sich das nicht irgendwann ändert.
Also sehen Sie sich noch nicht als Meisteraspiranten?
Das Team hat nach dem Abstieg wichtige Stützen verloren. Auch deshalb haben wir vor der Saison gemeinschaftlich festgelegt, dass wir uns erst zusammenfinden und in der neuen Liga orientieren müssen. An dieser Herangehensweise ändert sich auch durch den tollen Start nichts. Der kommende Sechs-Spiele-Block bis Weihnachten wird die Richtung vorgeben. Ich glaube, dass die Liga deutlich offener ist, als es derzeit aussieht. Regensburg, Schwabmünchen und Mintraching beispielsweise halte ich für deutlich stärker als ihre aktuellen Tabellenplatzierungen.
Und der nächste Gegner, der SV Laim?
Ich habe noch kein Spiel von ihnen gesehen. Aber natürlich freue ich mich auf das Duell am 7. November. Das wird ein emotionales und intensives Derby. Das sind genau die Momente, wofür wir den ganzen Schweiß im Training vergießen. Aber: Egal, wie dieses Spiel ausgeht. Auch danach ist noch lange keine Vorentscheidung in jeglicher Richtung gefallen.
Der Kader wirkt von außen manchmal etwas dünn. Täuscht das?
Wenn alle Spielerinnen fit sind, ist der Kader groß genug. Gegen Regensburg zum Beispiel haben, inklusive unserer vier Langzeitverletzten, neun Spielerinnen gefehlt. Da wird es dann etwas eng. Aber auch hier haben wir tolle Lösungen gefunden – auch weil wir in einem gewinnbringenden Austausch mit unserer A-Jugend stehen. Wir haben viele Talente, die wir gerne peu à peu in den Damenmannschaften etablieren wollen – natürlich ohne sie zu überfordern oder zu überlasten. Die Oberliga, in der unsere zweite Mannschaft aktiv ist, bietet ebenfalls eine gute Weiterentwicklungsoption und insbesondere viel Spielzeit für junge Spielerinnen.
Stichwort Nachwuchs: Im Fußballderby Sechzig gegen Bayern haben vergangenen Sonntag ein 16-Jähriger und zwei 17-Jährige mitgespielt. Wie viel kann man von jungen Mädels im Damenhandball schon erwarten?
Einiges – insbesondere bei der Leistungsstärke unserer jungen Spielerinnen. Im Wettkampf benötigen sie oft noch etwas mehr Handlungsanleitung und manchmal gibt es größere kurzfristige Schwankungen. Das alles macht mir aber als langjährig im Nachwuchsleistungssport des Verbandes tätiger Trainer unfassbar viel Freude. Die Basis für die jungen Spielerinnen ist kontinuierliches Training, aber sie können genauso viel Leistung bringen, da spielt das Alter keine Rolle.
Gegen Regensburg, die übrigens mit drei Führungsspielerinnen des Zweitligateams bei uns angetreten waren, war unser Rückraum mit Ines Illies, Rebecca Beck und Anna Warkotsch im Schnitt 19 Jahre alt. Auf Linksaußen war mit Marie Herrmann eine 17-jährige A-Jugendliche – und trotzdem haben wir das Spiel am Ende auf unsere Seite gezogen.
Interview: Mathias Müller | Foto: Tanja Eikerling - www.xklicks.com














