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"Ich hatte kaum Vorbilder"

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Verein
01 Okt

32 Jahre beim HCD: Sina Fischer (38) über das Handball-Leben als Zweifach-Mama


Zwei Kinder, 32 Jahre Handball, eine 35-Stunden- Woche – aber immer noch nicht müde! Sina Fischer darf man getrost als Legende des HCD Gröbenzell bezeichnen. Dieses Jahr spielt die 38-Jährige mit den ersten Damen in der Regionalliga ihre 23. Saison im Seniorenbereich. Der MERKUR hat mit Fischer nach dem Derbysieg gegen die HSG Würm-Mitte gesprochen.

Sina, gab‘s Zweifel, ob Sie noch ein Jahr dranhängen?

Mein Mann Hendrik (Sportvorstand, HCD Gröbenzell) fragt mich hin und wieder (lacht). Aber dieses Mal musste ich nicht überlegen. Ich bin über den Punkt hinaus, dass ich mich frage, wann der richtige Zeitpunkt kommt. Ich hoffe viel mehr, dass ich noch eine Weile spielen kann. Außerdem: Mit einem Abstieg aufzuhören, das wäre blöd gewesen.

Wann und wie ging es los?

Mit sechs Jahren. Meine Eltern haben beide gespielt (Papa Harald gewann als Torwart mit Düsseldorf den Europapokal, Anm. d. Red.). Seitdem bin ich Feuer und Flamme. Ich mag auch nichts anderes. Rad fahren? Wandern? Nicht mein Ding! Aber ich spiele einfach saugern Handball.

In wie vielen Ligen haben Sie mit dem HCD gespielt?

Landesliga, Bayernliga (heutige Regionalliga), 3. Liga und 2. Liga –mein erstes Damenspiel habe ich mit 16 gemacht. Da wir den Aufstieg in die 2. Liga zweimal aus eigener Kraft geschafft haben, gibt es da auch kein offenes Ziel mehr. Ich glaube, das war mein realistisches Maximum. Damit bin ich total fein.

Sie sind 38, die jüngsten Teamkolleginnen gerade so erwachsen …

(lacht) Ja, einige sind mittlerweile deutlich näher an meiner siebenjährigen Tochter dran als an mir. Aber das hält mich jung und ich liebe dieses Team. Und mit einigen Mädels verbinden mich sehr enge Freundschaften. Ich hatte auch nie Wechselabsichten. Vor vielen Jahren gab‘s mal eine Anfrage, aber ich wollte nicht weg. Der HCD ist meine Heimat.

Dass man mit 38 Jahren und nach zwei Geburten noch Handball spielt, ist keine Selbstverständlichkeit. Haben Sie gute Gene?

Ich hab’ sicher auch etwas Glück. Meine Schwester Aline musste mit Knieproblemen leider deutlich eher aufhören. Aber ich habe auch bereits früh viel dafür getan und unter anderem zusätzliche Krafteinheiten gemacht, als das Thema noch keinen so hohen Stellenwert hatte.

Kennen Sie viele andere aktive Mütter?

Ehrlich gesagt nicht. Als ich das erste Mal schwanger war, habe ich Vorbilder gesucht, aber kaum welche gefunden. Karolina Kud?acz-Gloc war damals als Mutter in der Bundesliga aktiv. Die habe ich angeschrieben. Sie hat auch geantwortet, aber eher kurz angebunden. Aber zumindest hat es mir etwas die Angst genommen, dass ich etwas falsch mache.

Wie lange haben Sie pausiert?

Nach beiden Geburten war ich nach rund zwölf Wochen wieder in der Halle, natürlich angepasst. Die Fitness, die Schnelligkeit, das war nicht auf dem gleichen Niveau. Aber das ist ein normaler Prozess. Heute fühle ich mich wieder deutlich fitter. Der Sport ist ein toller Ausgleich, deswegen will ich auch so lange weitermachen, wie es körperlich geht und die Familie nicht darunter leidet.

Nationalspielerin Xenia Smits, die im Herbst Nachwuchs bekommen hat, kann sich also Tipps bei Ihnen holen?

Klar (lacht). Aber im Ernst, ich denke, das braucht sie nicht. Sie wird bei ihrem Weg zum Comeback hoffentlich besser versorgt. Als Amateurin hat man wenig Unterstützung. Überhaupt muss ich mal sagen: Ohne die Hilfe meines Mannes und meiner Eltern wäre das alles nicht möglich. Heute sind die Kinder 7 und 3, da kann auch Hendrik wieder als Coach in der Halle stehen. Auch wenn die Organisation unserer Woche oft auf Kante genäht ist. Aber die ersten Jahre hat er darauf für mich komplett verzichtet.

Tennis-Ass Tommy Haas wollte immer so lange spielen, bis seine Tochter versteht, was er da auf dem Platz eigentlich macht. Wie viel Handballinteresse zeigt Ihr Nachwuchs?

Unsere Große versteht schon vergleichsweise viel. Es wäre natürlich auch in Ordnung, wenn sie und ihr Bruder andere Interessen haben. Aber es ist auch cool, wenn sie am Handball Spaß haben. Die Halle, der HCD, das ist das Umfeld, wo ich mich auch die kommenden Jahre sehe.

Interview: Matthias Müller | Foto: Tajna Eikerling

Veröffentlicht am 30. September 2026 im MERKUR

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Ergebnisse

Damen 1

TSV Herrsching

25

HCD Gröbenzell

25

go2

HSG Lauingen-Wittislingen

26

HCD Gröbenzell II

28

A-Gröbis

HCD Gröbenzell

39

FC Bayern München

30

B-Gröbis

HCD Gröbenzell

19

SV Anzing

19

C-Gröbis

HCD Gröbenzell II

33

FC Bayern München II

18

D-Gröbis

HCD Gröbenzell

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22

D-Gröbis

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